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Sarkosporidien bei Rot- und Rehwild

Sarkosporidien bei Rot- und Rehwild

Was Jägerinnen und Jäger wissen sollten

Bei Untersuchungen von Rotwild aus dem Truppenübungsplatz Hohenfels wurden 2026 Sarkosporidien zusammen mit entzündlichen und grünlichen Veränderungen der Muskulatur festgestellt. Das Veterinäramt Neumarkt informierte am 27. Oktober 2026 über den damaligen Untersuchungsstand. Weitere Proben sollten durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht und die genaue Parasitenart bestimmt werden.

Das Thema betrifft auch Rehwild. Sarkosporidien kommen bei Wildwiederkäuern häufig vor. Ein geringer Befall bleibt meist unauffällig und ist mit bloßem Auge oft nicht zu erkennen. Bei einem starken Befall kann die Muskulatur jedoch deutlich verändert sein.

Beitragsbild: Auffällige grünliche Veränderung der Muskulatur bei Rotwild aus dem Truppenübungsplatz Hohenfels. Quelle: Veterinäramt Neumarkt, Präsentation vom 27. Oktober 2026.

Das Wichtigste für die Praxis: Zeigt ein Stück erhebliche oder ungewöhnliche Veränderungen der Muskulatur, darf es nicht einfach weiter zerwirkt, abgegeben oder verzehrt werden. Es muss beim Veterinäramt zur amtlichen Fleischuntersuchung angemeldet werden. Das gilt auch bei Eigenverbrauch.

Was sind Sarkosporidien?

Sarkosporidien sind einzellige Parasiten. Für ihre Entwicklung benötigen sie einen Zwischenwirt und einen Endwirt. Rot- und Rehwild können Zwischenwirte sein. In ihrer Muskulatur bilden sich Zysten.

Fleischfresser wie Fuchs, Hund oder Katze können als Endwirte beteiligt sein. Fressen sie rohes befallenes Fleisch, kann sich der Entwicklungszyklus fortsetzen. Infektiöse Stadien werden mit dem Kot ausgeschieden und können erneut von Wildwiederkäuern aufgenommen werden.

Warum Rehwild ausdrücklich dazugehört

Die Untersuchungsämter Baden-Württemberg berichteten 2020 über zwei Ehepaare, die nach dem Verzehr von gegartem Rehfleisch vorübergehend an Erbrechen und Durchfall erkrankten. In den untersuchten Fleischproben wurde ein außergewöhnlich massiver Befall mit Sarkosporidien festgestellt. Solche Fälle gelten als selten.

Im Jahr 2025 untersuchte das CVUA Freiburg außerdem Muskelfleisch eines Rehs mit großflächigen weißlichen und grünlich schimmernden Bereichen. Dabei wurden eine starke Muskelentzündung und ein massiver Befall mit Sarkosporidienzysten festgestellt.

Diese Fälle zeigen: Auch beim Rehwild müssen deutliche Abweichungen der Muskulatur ernst genommen werden.

Beim Aufbrechen und Zerwirken darauf achten

Warnzeichen können sein:

  • großflächige weißliche oder grünlich schimmernde Bereiche im Muskelfleisch,
  • grünliche Verfärbungen der Muskelhäute,
  • ungewöhnlich helle, weiche oder sulzig-gallertige Muskulatur,
  • deutlich entzündete oder anderweitig erheblich veränderte Muskelpartien.

Solche Veränderungen können verschiedene Ursachen haben. Sie beweisen allein noch keinen Sarkosporidienbefall. Deshalb ist eine fachliche Untersuchung notwendig.

Was bei einem auffälligen Stück zu tun ist

  1. Das Stück nicht weiter zerwirken, abgeben oder verzehren.
  2. Es getrennt und ausreichend gekühlt aufbewahren.
  3. Das Veterinäramt verständigen und das Wild zur amtlichen Fleischuntersuchung anmelden.
  4. Das weitere Vorgehen und die benötigten Proben mit dem Veterinäramt abstimmen.
  5. Auffälliges rohes Fleisch und rohe Wildreste nicht an Hunde oder Katzen verfüttern.

Erhitzen und Einfrieren

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, Fleisch vor dem Verzehr ausreichend zu erhitzen oder mindestens drei Tage bei minus 20 Grad Celsius einzufrieren. Das CVUA Freiburg nennt für vollständiges Erhitzen mindestens 71 Grad Celsius für zwei Minuten.

Diese Empfehlungen gelten für den sicheren Umgang mit Fleisch. Bei sichtbaren bedenklichen Veränderungen ersetzen Erhitzen oder Einfrieren die amtliche Fleischuntersuchung nicht.

Ansprechpartner

Veterinäramt Neumarkt
09181 / 470-1421
veterinaeramt@landkreis-neumarkt.de

Quellen und weitere Informationen

Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Informationsstand vom 30. Oktober 2026 wieder. Bei einem konkreten Befund entscheidet das zuständige Veterinäramt über das weitere Vorgehen.