
Anpassung der Jagdzeiten und ein falsches Bild der Jagd im Allgemeinen.
Um es überspitzt auszudrücken: „Feuer frei für Schmalrehe und Böcke ab 16. April“
Nicht jeder ist glücklich über eine Jagdzeitverlängerung, denn nichts anderes ist ja. Es bleibt ein Jagdende für Böcke beim 15. Oktober und alle übrigen Rehe beim 15. Januar. Der Druck der Waldbewirtschafter war wohl zu groß. Man hätte ein gutes Signal senden können mit einem Ende der Jagd im Dezember.
Man hört und liest überall, dass gerade der April eine sensible Zeit ist ist und sind wir mal ehrlich: Wahrscheinlich wird im April die Gefahr noch größer sein, dass jemand der einen schnellen Finger hat, eine trächtige Geiß erlegt. Man wird es nicht erfahren, aber man kann zumindest für sich selbst jeden Tag aufs neue entscheiden, welcher Jäger man sein möchte …
Schade ist auch, dass in den letzten Wochen die Jagd in aller Munde ist und das nicht im positiven Sinne. Action & Beute machen! Höher, schneller, weiter, exzessiver …
Nein! Das ist nicht Jagd. Jagd ist auch leise, Jagd ist Verantwortung, Jagd ist staunen, Jagd ist beobachten und lernen, Jagd ist sich am Anblick von Wild erfreuen. Jagd ist die Entscheidung, NICHT abzudrücken, Jagd ist Fütterungen bestücken in der Notzeit - nicht nur ankirren wenn Schusszeit ist. Jagd ist Salzlecken anlegen, Jagd ist dem Wild in der sensiblen Zeit die nötige Ruhe zu lassen, Jagd ist in trockenen Sommern für Wasser zu sorgen, Jagd ist Aufklärung, Jagd ist Charaktersache.
